roter strich

Von dem Görlitzer Mystiker Jacob Böhme wurde kein authentisches Bildnis überliefert. Gemälde oder Kupferstiche zu seiner Person sind erst nach seinen Lebzeiten entstanden. Frühe bildliche Darstellungen beruhen zumeist auf einer Beschreibung seines Schülers Abraham von Franckenberg:

 

"Seine J.B. äusserliche Leibes-Gestalt war verfallen, und von schlechtem Aussehen, kleiner Statur, niedriger Stirne, erhobener Schläffe, etwas gekrümmter  Nase,  grau  und  fast  Himmel - blaulich   glitzender    Augen, sonsten wie die Fenster am Tempel Salomonis, kurtz-dünnen Bartes, kleinlauter Stimme, doch holdseliger Rede, züchtig in Gebärden, bescheidentlich in Worten, demüthig im Wandel, geduldig im Leiden, sanftmüthig von Herzen.“

Franckenberg lernte Böhme erst Anfang 1623 kennen, gut ein Jahr vor dessen Tod. Die ständigen Verfolgungen durch Görlitzer Kirchenvertreter werden ihre Spuren in der Physiognomie hinterlassen haben, so dass Franckenberg indirekt auch davon spricht, dass die Anfeindungen, die zum Ende von Böhmes Leben zunahmen, ihm zusetzten.

Das Gemälde, heute in Görlitz, stammt von Gottob Glymann, um 1720.

 

 

In den darauffolgenden Zeiten finden sich in Gestik und Aussage hiervon abweichende Böhme-Bildnisse, wie der hier wiedergegebene kolorierte Stich von 1710, der in der Oberlausitzischen Bibliothek liegt. Die Bildnisse um 1700 kennzeichnet eine souveräne Frömmigkeit, die ganz dem Erleuchteten gehört.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das folgende Bild betont mehr den Alltag des Schuhmachermeisters, der sich dem Schreiben zuwendet.

(Joseph Mulder, Niederlande, 1686)